Tag 3 ~ Tsongkhapa – Kronjuwel des Landes des Schnees
Okt. 12, 2026
Die persönlichen Gottheiten der täglichen Praxis von Kadampa Praktizierenden sind Buddha Shakyamuni, Avalokiteshvara, die Grüne Tara und Dorje Shugden. Diese vier heiligen Wesen haben eine besondere Verbindung zu den KadampaPraktizierenden.
Buddha Shakyamuni ist der Begründer des Buddhismus in dieser Welt und das wichtigste Zufluchtsobjekt für alle Buddhisten. Er hält eine Bettelschale mit drei Nektaren in der Hand, was darauf hinweist, dass er die „Dämonen“ des unkontrollierten Todes, des verunreinigten Körpers und Geistes sowie der Verblendungen besiegt hat. Er berührt den Boden, was seine Macht symbolisiert, alle negativen Kräfte zu bezwingen.

Avalokiteshvara ist ein erleuchtetes Wesen, das das Mitgefühl aller Buddhas verkörpert. Er ist als der „Buddha des Mitgefühls“ bekannt.
Er erscheint meist in weißer Farbe und mit vier Armen. Seine ersten beiden Hände, die er vor dem Herzen aneinanderlegt, symbolisieren den Respekt gegenüber seinem spirituellen Meister und halten ein Juwel, das seine eigene Erleuchtung symbolisiert. Seine zweite linke Hand hält eine weiße Lotusblume, die seine vollkommene Reinheit von Körper, Sprache und Geist symbolisiert; und seine zweite rechte Hand hält eine kristallene Mala, die symbolisiert, dass er alle Lebewesen aus Samsara befreien kann.

Die Grüne Tara, auch Arya Tara genannt, ist ein weiblicher Buddha, eine Manifestation der höchsten Weisheit aller Buddhas. Tara ist auch als „Mutter der Eroberer“ bekannt.
Wenn wir jung sind, wenden wir uns an unsere weltliche Mutter, um Hilfe zu erhalten. Sie schützt uns vor unmittelbaren Gefahren, versorgt uns mit allem, was wir im Alltag brauchen, und begleitet und bestärkt uns beim Lernen und bei unserer persönlichen Entwicklung. Ebenso müssen wir uns während unseres spirituellen Wachstums an Arya Tara wenden, um Zuflucht zu finden. Sie schützt uns vor allen inneren und äußeren Gefahren und begleitet und inspiriert uns mit ihren Segnungen auf unserem spirituellen Weg.

Ein Dharmabeschützer ist eine Emanation eines Buddhas oder eines Bodhisattvas, dessen Hauptaufgaben darin bestehen, die inneren und äußeren Hindernisse zu beseitigen, die Praktizierende daran hindern, spirituelle Verwirklichungen zu erlangen, und alle notwendigen Voraussetzungen für ihre Praxis zu schaffen.
In Tibet hatte jedes Kloster seinen eigenen Dharmabeschützer, doch diese Tradition hat ihren Ursprung nicht in Tibet; auch die Mahayana Anhänger im alten Indien vertrauten auf Dharmabeschützer, um Hindernisse zu beseitigen und ihre spirituellen Wünsche zu erfüllen.

Heruka und Vajrayogini sind erleuchtete Gottheiten des Höchsten Yoga Tantra. Tantra, auch bekannt als „geheimes Mantra“ oder „Vajrayana“, ist eine besondere Methode, um unsere Welt, unser Selbst, unsere Vergnügen und unsere Handlungen zu reinigen; und wenn wir diese Methode in die Praxis umsetzen, werden wir sehr schnell die Erleuchtung erlangen.
Vajrayogini ist eine weibliche, erleuchtete Gottheit des Höchsten Yoga Tantra, die die Manifestation der Weisheit aller Buddhas darstellt. Ihre Aufgabe ist es, alle Lebewesen zum Reinen Land von Keajra – dem Reinen Dakiniland – zu führen. Die verschiedenen Aspekte ihres Körpers offenbaren die Grundlage, die wir aufgeben müssen, den spirituellen Pfad, den wir beschreiten müssen, und das Ergebnis, das wir erreichen müssen, um den Zustand der vollständigen Erleuchtung zu erlangen.

Heruka ist eine erleuchtete Gottheit des Höchsten Yoga Tantra, die die Manifestation des Mitgefühls aller Buddhas darstellt. Er ist zudem die Verkörperung der Vereinigung des sehr subtilen glückseligen Geistes und Leerheit, der endgültigen Natur aller Dinge, symbolisiert durch Vajrayogini (auch bekannt als Vajravarahi), die er umarmt. Die verschiedenen Aspekte seines Körpers offenbaren, was wir aufgeben müssen, den spirituellen Pfad den wir beschreiten müssen und das Ergebnis das wir erreichen müssen.
Mehr über Heruka erfährst du in dem Buch „Essenz des Vajrayana“.

Atisha (982–1054) war ein großer buddhistischer Meister und Gelehrter, der die Kadampa Tradition begründete und den Buddhismus in Tibet wiederbelebte. Er stammte ursprünglich aus Indien und war unter dem Ordiinationsnamen Dhipamkara Shrijana bekannt. Atisha beherrschte sowohl die Unterweisungen des Hinayana als auch des Mahayana und wurde von Lehrern beider Traditionen hoch geschätzt. Atisha war wie ein König, das Kronjuwel der indischen Buddhisten, und wurde als zweiter Buddha angesehen.

Je Tsongkhapa (1357–1419) war ein großer Meister des tibetischen Buddhismus, dessen Ordinationsname Losang Dragpa lautete. Obwohl er eine Emanation des Weisheitsbuddhas Manjushri war, erschien er nicht als besonderes, erhabenes Wesen, sondern zeigte sich als gewöhnlicher, bescheidener Praktizierender. Je Tsongkhapa erkannte, dass der beste Weg, Lebewesen dabei zu helfen, ihre Unwissenheit zu überwinden, darin bestand, ein gutes Beispiel zu geben und klare und tiefgründige Unterweisungen zu vermitteln.

Der Ehrwürdige Geshe Kelsang Gyatso Rinpoche (1931–2022) war ein weltbekannter Meditationsmeister und Lehrer. Im Alter von 8 Jahren wurde er zum Mönch ordiniert und schulte sich in einer traditionellen klösterlichen Ausbildung, bevor er längere Zeit in einem Einzelretreat verbrachte, um tiefe meditative Erfahrungen mit den Werken von Je Tsongkhapa zu sammeln. 1977 zog er nach England, um dort als ansässiger Lehrer des neu gegründeten Manjushri Zentrums zu wirken.

Der Kadampa Kalender enthält besondere monatliche Praktiken und jährliche Feiern zu glückverheißenden Tagen. Diese werden in der Regel durch bestimmte Gebetspraktiken oder besondere Veranstaltungen in den Kadampa Meditationszentren auf der ganzen Welt begangen.
Heute haben wir von Gen-la Dekyong viele Unterweis Gebets erhalten. Dieses Gebet, das von Manjushri verfasst und in der Kadam Emanationsschrift offenbart wurde, hilft uns, seine einzigartigen heiligen Eigenschaften zu würdigen, Vertrauen zu entwickeln und eine vertrauensvolle Verbindung zu Guru Tsongkhapa aufrechtzuerhalten. Auf diese Weise lebt es als Mantra weiter, schützt und erhebt unseren Geist und bringt unserer spirituellen Praxis großen Nutzen.