Es gibt niemanden, der keine Hilfe von Buddha erhalten hat

Den Tag von Buddhas Erleuchtung feiern

Der fünfzehnte Tag des vierten Monats ist ein ganz besonderer Tag im buddhistischen Kalender, denn er markiert den Tag, an dem Buddha die Art und Weise der Erlangung der Erleuchtung in dieser Welt demonstrierte. Wegen der Kraft dieses Tages sind unsere Handlungen an diesem Tag enorm kraftvoll und Kadampa Zentren auf der ganzen Welt feiern ihn mit aufrichtigen Praktiken und Darbringungen.

Siehe unten die Geschichte dieses besonderen Tages, wie sie vom Ehrwürdigen Geshe Kelsang Gyatso Rinpoche erzählt wurde.

"Siddhartha machte sich dann auf den Weg zu einem Ort in der Nähe von Bodhgaya in Indien, wo er einen geeigneten Platz für die Meditation fand. Dort blieb er und übte eine Meditation, die er 'raumähnliche Konzentration über den Dharmakaya' genannt wird, in der er sich einsgerichtet auf die endgültige Natur aller Phänomene konzentrierte.

Nachdem er sich sechs Jahre lang in dieser Meditation geschult hatte, erkannte er, dass er der Erlangung der vollen Erleuchtung sehr nahe war, und so ging er nach Bodhgaya, wo er sich am fünfzehnten Tag des vierten Monats in der Meditationshaltung unter dem Bodhibaum niederließ und gelobte, bis zur vollständigen Erleuchtung in der Meditation zu verweilen. Mit diesem Entschluss trat er in die raumähnliche Konzentration über den Dharmakaya ein.

In der Abenddämmerung versuchte Devaputra Mara, das Oberhaupt aller Dämonen oder Maras dieser Welt, Siddharthas Konzentration zu erschüttern, indem er viele beängstigende Erscheinungen heraufbeschwor. Er erzeugte Scharen von furchterregenden Dämonen, von denen einige Speere warfen, andere Pfeile abschossen, ihn mit Feuer bedrohten und Felsbrocken und gar Berge nach ihm schleuderten. Siddhartha liess sich jedoch in keiner Weise stören. Durch die Kraft seiner Konzentration erschienen ihm die Waffen, Felsblöcke und Berge als duftender Blumenregen und die tobenden Feuer als Darbringungen von Regenbogenlicht.

Als Devaputra sah, dass Siddhartha nicht erschreckt werden konnte und seine Meditation nicht abbrach, liess er zahllose schöne Frauen erscheinen, um ihn abzulenken. Siddhartha entwickelte daraufhin eine noch tiefere Konzentration. Auf diese Weise siegte er über alle Dämonen dieser Welt. Deshalb wurde er später der "Eroberer Buddha" genannt.

Siddhartha setzte seine Meditation fort und erreichte in der Morgendämmerung fort die 'vajragleiche Konzentration' Durch diese Konzentration, die der letzte Geisteszustand eines begrenzten Wesens ist, befreite er seinen Geist von dem letzten Schleier der Unwissenheit und wurde im nächsten Moment ein Buddha, ein voll erleuchtetes Wesen.

Es gibt nichts, das Buddha nicht weiß. Da er aus dem Schlaf der Unwissenheit erwacht ist und alle Behinderungen aus seinem Geist entfernt hat, erkennt er alles Vergangene, Gegenwärtige und Zukünftige gleichzeitig und unmittelbar. Außerdem hat Buddha großes Mitgefühl, das vollständig unvoreingenommen ist und alle Lebewesen ohne Unterschied erfasst. Er hilft allen Lebewesen ohne Ausnahme, indem er im ganzen Universum verschiedene Formen ausstrahlt und ihrem Geist seine Segnungen gewährt. Alle Wesen, die Buddhas Segnungen erhalten, sogar die winzigsten Tiere, entwickeln von Zeit zu Zeit friedvolle und tugendhafte Geisteszustände.

Schließlich werden alle die Gelegenheit haben, den Weg zur Befreiung und Erleuchtung zu gehen, denn sie werden eine Emanation Buddhas in Gestalt eines spirituellen Meisters treffen. Der große indische buddhistische Gelehrte Nagarjuna sagt, dass es kein einziges Wesen gibt, das noch keine Hilfe von Buddha erhalten hat."

Entnommen aus Das neue Herz der Weisheit vom Ehrwürdigen Geshe Kelsang Gyatso Rinpoche