Feier zum Je-Tsongkhapa-Tag

An diesem Tag, dem 25. Oktober, feiern wir das Leben und Wirken des großen buddhistischen Meisters Je Tsongkhapa, des Begründers des neuen Kadampa-Buddhismus.

Der Begründer des neuen Kadampa-Buddhismus

Feier zum Je-Tsongkhapa-Tag

An diesem Tag feiern wir das Leben und Wirken des großen buddhistischen Meisters Je Tsongkhapa, des Begründers des neuen Kadampa Buddhismus. Wir gedenken Je Tsongkhapas großer Güte und widmen all unsere tugendhaften Handlungen dem Wunsch, dass sein Dharma in der ganzen Welt gedeihen und vielen Lebewesen die Möglichkeit bieten möge, Befreiung und vollständige Erleuchtung zu erlangen.

Auszug aus einer Unterweisung

Ein Vortrag von Geshe Kelsang Gyatso Rinpoche am Je-Tsongkhapa-Tag 1996 im Manjushri KMC:

"Bevor Je Tsongkhapa in Tibet erschien, wussten viele tibetische Gelehrte und Praktizierende bereits, dass er kommen würde, da Buddha Shakyamuni vorausgesagt hatte, dass Manjushri in der Zukunft als der tibetische Lama Je Tsongkhapa erscheinen würde.

Nachdem ich dahinscheide
Und meine reine Lehre nicht mehr ist,
Wirst Du als gewöhnliches Wesen erscheinen,
Die Taten eines Buddha vollbringen
Und das Freudvolle Land, den großen Beschützer,
Im Lande des Schnees gründen.

„Das Land des Schnees“ bezieht sich auf Tibet, und „das Freudvolle Land“ bezieht sich sowohl auf das Ganden Kloster als auch auf die Ganden Lehre, den großen Beschützer.

Buddha sagte, dass in der Zukunft, nachdem er verstorben sei und seine reine Lehre nicht mehr ist, Manjushri in der Gestalt eines gewöhnlichen Wesens erscheinen werde, jedoch genau dieselben Handlungen wie ein Buddha vollbringen werde; insbesondere werde er das Ganden Kloster und den großen Beschützer, die Ganden Lehre oder Je Tsongkhapas Dharma, in Tibet etablieren.

Wenn wir Buddhas Worte auswendig lernen und zutiefst über ihre Bedeutung nachdenken, werden sie uns viele Ratschläge, ein gutes Gefühl und ein tiefgründiges Verständnis geben. Wenn er sagt, dass Manjushri als gewöhnliches Wesen erscheinen, aber die Taten eines Buddhas vollbringen würde, beschreibt er damit Je Tsongkhapas besondere Eigenschaft.

Obwohl Je Tsongkhapa die höchsten Verwirklichungen des Höchsten Yogatantra besaß, hat er äußerlich niemals gezeigt, dass er ein tantrischer Yogi war. Er lebte wie ein ganz normaler, reiner Praktizierender und betonte durch sein äußeres Erscheinungsbild die reine Ausübung moralischer Disziplin. Sein Alltag war jedoch der eines Bodhisattvas, und seine innere Verwirklichung, Tag und Nacht die Vereinigung von großer Glückseligkeit und Leerheit zu erfahren, war die eigentliche Essenz des Höchsten Yogatantra.

Er hatte diese Erfahrung bereits vor vielen Leben gesammelt, doch er erschien als tibetischer Lama, um ein anschauliches Beispiel dafür zu geben, wie man die Stufen des Pfades zur Erleuchtung beschreitet, auf ihnen Fortschritte macht und sie vollendet.

Er trat zum Wohle seiner zukünftigen Anhänger als gewöhnlicher Mensch in Erscheinung. Auch Buddha Shakyamuni tat dasselbe. Er wurde als scheinbar gewöhnlicher Mensch geboren, ließ sich zum Mönch ordinieren, widmete sich der Meditation und bewies schließlich, dass er die Erleuchtung erlangt hatte.

Die meisten von euch kennen die Geschichte von Buddhas Leben: wie er zum Mönch ordiniert wurde, sich sechs Jahre lang in ein Meditationsretreat zurückzog und schließlich unter dem Bodhi-Baum in Bodh Gaya die Erleuchtung erlangte.

Die Art und Weise, wie Je Tsongkhapa seine Erleuchtung demonstrierte, war ein wenig anders. Er zeigte seine Erleuchtung nicht zu Lebzeiten, sondern im Moment seines Todes.

Als die Zeit gekommen war, seinen alten, gewöhnlichen Körper zu verlassen, den er von seinen gewöhnlichen Eltern geerbt hatte, dachten gewöhnliche Menschen, er würde sterben; doch statt das gewöhnliche klare Licht des Todes zu erleben, das gewöhnliche Wesen während des Sterbeprozesses erfahren, erlebte er das endgültige beispielklare Licht.

Aus diesem Zustand heraus erschien er – anstatt aus dem klaren Licht des Todes in Form eines Bardowesens, also eines Wesen des Zwischenzustands, hervorzugehen – in der Gestalt des illusorischen Körpers. Aus diesem Zustand heraus erlangte er – anstatt eine gewöhnliche Wiedergeburt anzutreten – den Emanationskörper eines Buddhas. Auf diese Weise zeigte er, wie man die Erleuchtung erlangt.

Er zeigte diesen Weg zur Erleuchtung aus ganz bestimmten Gründen auf, die seinen zukünftigen Anhängern helfen sollten. Allerdings erlangten viele seiner direkten Schüler sowie viele seiner zukünftigen Anhänger, darunter zum Beispiel Gyalwa Ensapa, die Erleuchtung noch vor ihrem Tod. Wie ich schon oft erklärt habe, schloss Gyalwa Ensapa seine Schulung im Höchsten Yogatantra ab und erlangte innerhalb von drei Jahren die vollständige Erleuchtung – er wartete nicht bis zu seinem Tod.

Es gibt viele verschiedene Wege, Erleuchtung zu erlangen. Da viele seiner Schüler ordiniert waren, wollte Je Tsongkhapa seinen ordinierten Schülern ein besonders gutes Beispiel geben. Deshalb zeigte er, wie man Erleuchtung im Moment des Todes erlangt, anstatt schon vor dem Tod Erleuchtung zu erlangen.Heute gedenken wir Je Tsongkhapas großer Güte und widmen all unsere tugendhaften Handlungen, einschließlich der Puja heute Abend, damit sein Dharma in der ganzen Welt gedeiht und vielen Lebewesen die große Gelegenheit bietet, Befreiung und vollkommene Erleuchtung zu erlangen.

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