{"id":2004,"date":"2015-03-14T20:40:11","date_gmt":"2015-03-14T20:40:11","guid":{"rendered":"http:\/\/local.kadampa.org\/buddhism-3\/wunscherfuellende-juwelen-fuer-dharma-praktizierende"},"modified":"2015-03-14T20:40:11","modified_gmt":"2015-03-14T20:40:11","slug":"wunscherfuellende-juwelen-fuer-dharma-praktizierende","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kadampa.org\/de\/buddhism\/wunscherfuellende-juwelen-fuer-dharma-praktizierende","title":{"rendered":"Wunscherf\u00fcllende Juwelen f\u00fcr Dharma-Praktizierende"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"caps\">DER<\/span> <span class=\"caps\">NUTZEN<\/span> <span class=\"caps\">DES<\/span> <span class=\"caps\">GRUNDLAGEN<\/span>&#8211; <span class=\"caps\">UND<\/span> <span class=\"caps\">LEHRERAUSBILDUNGSPROGRAMM<\/span><\/p>\n<p>Von <a href=\"https:\/\/kadampa.org\/de\/buddhism\/geshe-kelsang-gyatso\">Geshe Kelsang Gyatso<\/a><\/p>\n<p>Der folgende Text stammt aus einem Vortrag, den Geshe Kelsang Gyatso anl\u00e4sslich des Beginns des <a href=\"https:\/\/kadampa.org\/de\/buddhism\/das-grundlagenprogramm\">Grundlagen-Programms<\/a> im <a href=\"http:\/\/taracentre.org.uk\">Tara Centre<\/a>, England, im Oktober 1990 hielt.<\/p>\n<p>\u2018Der Beginn des Grundlagen-Programms an einem Zentrum gibt uns eine grosse M\u00f6glichkeit, denn dieses Programm erf\u00fcllt sowohl unsere eigenen W\u00fcnsche, als auch die von anderen.<\/p>\n<p>Wie erf\u00fcllt das Grundlagen-Programm unsere eigenen W\u00fcnsche? Indem es unsere Weisheit und unsere Erfahrungen des Dharmas vergr\u00f6\u00dfert. Mit Weisheit k\u00f6nnen wir alle Probleme l\u00f6sen, denen wir im t\u00e4glichen Leben begegnen und uns vor zuk\u00fcnftigen Gefahren sch\u00fctzen. Seit anfangsloser Zeit haben wir tief verwurzelte schlechte Gewohnheiten, die aus unserem Festhalten am Selbst und unserer Selbstwertsch\u00e4tzung stammen.<\/p>\n<p>Wir alle wollen uns bessern und in unserem Leben gl\u00fccklich und erfolgreich sein, aber unsere schlechten Gewohnheiten f\u00fchren uns in die entgegengesetzte Richtung. Statt Gl\u00fcck zu finden, erschaffen wir die Ursachen f\u00fcr mehr Leiden. Keiner von uns will leiden, aber dennoch verst\u00e4rken wir durch unsere schlechten Gewohnheiten st\u00e4ndig unsere verblendeten Geisteshaltungen, die die Ursachen all unseres Leiden sind.<\/p>\n<p>Mit Weisheit und Dharma-Erfahrung k\u00f6nnen wir unsere verblendeten Geisteshaltungen unter Kontrolle bringen. Wir k\u00f6nnen unsere Anhaftung, Wut, Eifersucht usw. vermindern und unser Festhalten am Selbst und unsere Selbstwertsch\u00e4tzung \u00fcberwinden. Durch das Kontrollieren unserer verblendeten Geisteshaltungen werden wir Tag und Nacht immerw\u00e4hrenden Frieden erfahren. Wir werden menschliche Probleme im speziellen und samsarische Probleme im allgemeinen dauerhaft beenden. Auf diese Weise werden wir unseren eigenen Besch\u00fctzer werden.<\/p>\n<p>Mit Weisheit und Dharma-Erfahrung werden wir auch unsere eigenen \u00c4rzte. Ganz gleich, ob wir jung oder alt sind, reich oder arm, ber\u00fchmt oder von \u00e4rmlicher Herkunft; ohne Wahl m\u00fcssen wir alle geistige Schmerzen ertragen. Innerhalb eines Tages erleben wir viele Male geistige Schmerzen und Unbehagen. Manchmal aufgrund von unerfreulichen Umst\u00e4nden und manchmal durch andere Menschen, sogar unsere Freunde. Manchmal erscheinen ganz von allein, ohne ersichtlichen Grund, Ungl\u00fcck, Entt\u00e4uschung, Unzufriedenheit oder Schmerz durch das Heranreifen karmischer Pr\u00e4gungen.<\/p>\n<p>Wir brauchen ein Gegenmittel f\u00fcr diesen Schmerz. Niemand anderes kann uns eine Medizin geben, die diese Art von Schmerz lindert. Wir m\u00fcssen unser eigener Karma-Arzt werden und uns selbst durch Dharma-Erfahrung heilen. Durch das Vergr\u00f6\u00dfern unserer Weisheit und unserer Dharma-Erfahrung werden wir schrittweise all unsere Probleme l\u00f6sen und schlie\u00dflich das letztendliche Gl\u00fcck der vollen Erleuchtung erlangen, die Gl\u00fcckseligkeit der Buddhaschaft. So kann das Grundlagen-Programm unsere eigenen W\u00fcnsche erf\u00fcllen.<\/p>\n<p>Wie erf\u00fcllt das Grundlagen-Programm die W\u00fcnsche anderer? Wenn wir unsere Weisheit und Dharma-Erfahrung vergr\u00f6\u00dfern, k\u00f6nnen wir anderen Belehrungen und spirituelle Ratschl\u00e4ge geben und ein gutes Vorbild sein. Auf diese Weise k\u00f6nnen wir andere auf spirituelle Pfade f\u00fchren.<\/p>\n<p>Im allgemeinen will jeder, ob Buddhist oder Nicht-Buddhist, religi\u00f6s oder nicht-religi\u00f6s, anderen helfen. Jeder will zum Beispiel von Natur aus seinen Eltern, Kindern und Freunden helfen, aber die Art der Hilfe, die wir geben k\u00f6nnen, ist recht begrenzt. F\u00fcr gew\u00f6hnlich geben wir nur materielle Hilfe und versuchen die samsarischen Bedingungen und Vergn\u00fcgen anderer zu verbessern. Es ist m\u00f6glich, dass diese Art von Hilfe einen gewissen vor\u00fcbergehenden Nutzen hat, aber sie bringt keinen anhaltenden Nutzen. <\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen au\u00dferdem nicht sicher sein, dass unsere Handlungen wirklich hilfreich sind, wenn wir ohne Weisheit, Dharma-Erfahrung, Hellsicht, geschickte Mittel, Geduld usw. handeln. Uns den kurzfristigen Bed\u00fcrfnissen anderer zu verschreiben mag n\u00fctzlich sein, es kann aber auch genauso gut sch\u00e4dlich sein. Wir k\u00f6nnen es nicht wissen.<\/p>\n<p>Seit anfangsloser Zeit sind die m\u00fctterlichen Wesen damit besch\u00e4ftigt, ihre samsarischen Bedingungen und Vergn\u00fcgen zu verbessern. Als menschliche Wesen haben sie ihr Gl\u00fcck immer wieder darin gesucht, materielle Dinge, Nahrung, Kleidung, Geld, guten Ruf usw. zu erwerben, aber trotz all dieser Bem\u00fchungen bestehen die Probleme immer noch.<\/p>\n<p>Kein noch so grosser Reichtum kann die Probleme Samsaras wirklich entfernen. Selbst wenn ich meiner Mutter Millionen von Franken geben w\u00fcrde, w\u00e4ren dadurch ihre Probleme oder ihr Leiden nicht beseitigt, sondern m\u00f6glicherweise sogar vergr\u00f6\u00dfert. Reiche Leute m\u00fcssen sich \u00fcber viel mehr Dinge Sorgen machen als Arme: wie sie ihren Reichtum sch\u00fctzen, vermehren und ausgeben. Sehr reiche Leute leben in best\u00e4ndiger Angst, aufgrund ihres Reichtums ausgeraubt oder angegriffen zu werden. <\/p>\n<p>Der Geist von reichen Leuten ist mit Verwirrung und Ablenkung gef\u00fcllt. Sie sind anf\u00e4llig f\u00fcr Stolz und schlechtes Benehmen, und durch ihr verw\u00f6hntes Leben steigert sich ihre Anhaftung und damit auch ihre Unzufriedenheit immer mehr. Es ist sehr schwer f\u00fcr solche Leute, die Zeit oder die Motivation zu finden, Dharma zu praktizieren. Im Gegensatz dazu neigen arme Menschen eher dazu, zufrieden zu sein. Sie haben weniger Sorgen und Ablenkung und haben eher die Tendenz zu Bescheidenheit statt zu Stolz. Deshalb ist es f\u00fcr sie leichter, ihren Geist zu beruhigen, spirituelles Streben zu entwickeln und ein reines Verhalten zu bewahren. <\/p>\n<p>Daraus k\u00f6nnen wir erkennen, dass es eher von Nachteil sein kann, materielle Hilfe ohne Weisheit und Geschicklichkeit zu geben. Statt anderen zu helfen, vergr\u00f6\u00dfert es vielleicht sogar noch ihre Probleme. In der Geistesschulung in sieben Punkten warnt Geshe Chekawa davor, falsche Hilfe zu geben. Manchmal haben wir die Absicht, anderen zu helfen, aber weil uns Weisheit und Dharma-Erfahrung fehlen, f\u00fcgen wir unabsichtlich Schaden zu.<\/p>\n<p>Wie k\u00f6nnen wir anderen also helfen und wirklich ihren Wunsch erf\u00fcllen, Leid zu \u00fcberwinden und Gl\u00fcck zu finden? In erster Linie dadurch, dass wir ein gutes Vorbild sind, Belehrungen und spirituelle Ratschl\u00e4ge geben und andere allm\u00e4hlich auf spirituelle Pfade f\u00fchren. Wir m\u00fcssen anderen helfen, ihre Unwissenheit zu \u00fcberwinden und ein gutes Herz zu entwickeln. Wenn man immer ein gutes Herz bewahrt, kann jeder seine t\u00e4glichen Probleme \u00fcberwinden, und dann durch schrittweise Entwicklung schlie\u00dflich st\u00e4ndigen inneren Frieden mit v\u00f6lliger Freiheit von Leiden und Gefahr erreichen.<\/p>\n<p>Der beste Weg anderen zu helfen, ist daher eher das Geben von Dharma als von materieller Hilfe. Selbst wenn ein leibhaftiger Buddha in unserem Leben auftauchen und uns Geld und andere materielle Dinge geben w\u00fcrde, h\u00e4tte das nur wenig Nutzen f\u00fcr uns. Aber dadurch, dass er uns Dharma gibt, uns Kraft seines Vorbildes auf richtige spirituelle Pfade f\u00fchrt und Ratschl\u00e4ge gibt, schenkt er uns unermessliche Hilfe. Er wird all unsere t\u00e4glichen Probleme l\u00f6sen und uns schlie\u00dflich zu v\u00f6lliger Freiheit von Leiden f\u00fchren. Es ist der Hauptzweck des Grundlagen- Programmes, uns zu helfen, um anderen auf diese Weise zu helfen.<\/p>\n<p>Daraus k\u00f6nnen wir sehen, dass wir unsere Weisheit und unsere Dharma-Erfahrung vergr\u00f6ssern m\u00fcssen, um unsere eigenen W\u00fcnsche und die von anderen zu erf\u00fcllen, und dazu m\u00fcssen wir uns auf das Grundlagen-Programm verlassen. Gegenw\u00e4rtig ist unsere Weisheit wie ein kleines Kind oder ein Neumond. Vielleicht haben wir etwas Weisheit durch das H\u00f6ren von Belehrungen und Lesen und Studieren von B\u00fcchern entwickelt, aber diese Weisheit muss noch viel weiter entwickelt werden. Wenn wir uns auf das Grundlagen-Programm verlassen, k\u00f6nnen wir unsere Weisheit allm\u00e4hlich weiter vergr\u00f6\u00dfern, bis sie v\u00f6llig erwachsen ist, wie ein Vollmond. Mit dieser Art von Weisheit werden wir sehr starkes Selbstvertrauen haben, wenn wir andere im Dharma unterrichten. <\/p>\n<h3>Dharma in unser Leben integrieren<\/h3>\n<p>Unser gegenw\u00e4rtiges Verst\u00e4ndnis und unsere Erfahrung des Dharma sind recht oberfl\u00e4chlich. Wir sind wie jemand, der in ein gro\u00dfes Lebensmittelgesch\u00e4ft gekommen ist, viele Dinge gesehen hat, aber nur wenige probiert. Vielleicht haben wir viele verschiedene Belehrungen von vielen verschiedenen Lehrern erhalten, aber wir haben nur sehr wenig aufgenommen, nur ein paar Kr\u00fcmel. Deshalb bleibt unsere wirkliche Erfahrung oberfl\u00e4chlich. Da klafft eine Schlucht zwischen uns und dem Dharma. Es f\u00fchlt sich an, als ob der Dharma dort ist und wir hier sind. Unser Geist ist nicht mit dem Dharma vermischt, und so k\u00f6nnen wir ihn in unserem t\u00e4glichen Leben nicht anwenden. <\/p>\n<p>Als Folge bleiben unsere gew\u00f6hnlichen t\u00e4glichen Probleme bestehen. M\u00f6glicherweise haben wir z.B. viele Belehrungen \u00fcber Lamrim erhalten und viele B\u00fccher gelesen. Intellektuell finden wir es relativ einfach zu verstehen, und wir akzeptieren auch alles, aber wir haben Schwierigkeiten damit, es in unser t\u00e4gliches Leben zu integrieren, und deshalb k\u00f6nnen wir diesen Dharma nicht nutzen, um unsere allt\u00e4glichen Probleme zu l\u00f6sen. Wenn wir Dharma studieren bleibt unser Geist passiv, wie von jemandem, der Fernsehen schaut. Der Geist vertieft sich nicht in das Thema und mischt sich nicht damit. Deshalb bleiben unser t\u00e4gliches Leben und unser Dharma vollst\u00e4ndig getrennt und ohne Bezug zueinander.<\/p>\n<p>Woran liegt das? Der Grund ist, dass wir nicht systematisch nach einem besonders daf\u00fcr geschaffenen Programm studieren. Wenn wir nur wahllos am Dharma herumpicken, werden wir niemals eine tiefe und stabile Erfahrung gewinnen und unsere Weisheit wird niemals wie ein Vollmond werden.<\/p>\n<h3>Ein besonderes Studienprogramm<\/h3>\n<p>Gegenw\u00e4rtig haben wir in unseren Zentren ein <a href=\"https:\/\/kadampa.org\/de\/buddhism\/das-grundlagenprogramm\">Grundlagen<\/a> \u2013 und ein <a href=\"https:\/\/kadampa.org\/de\/buddhism\/das-lehrerausbildungsprogramm\">Lehrerausbildungsprogramm<\/a>. Das ist keine neue Tradition. In der Vergangenheit gab es andere Programme, die f\u00fcr Dharma-Studenten ihren besonderen Umst\u00e4nden entsprechend zugeschnitten waren. <\/p>\n<p>All diese Programme beinhalteten das Studium einer bestimmten Anzahl von Texten, das Auswendiglernen bestimmter Texte, das Absolvieren von Pr\u00fcfungen und ein Diplom oder Zertifikat das verliehen wurde. Die fr\u00fcheren Kadampa-Geshes hatten beispielsweise ein Programm, in welchem sie sechs Texte studierten. Sp\u00e4ter f\u00fchrte <a href=\"https:\/\/kadampa.org\/de\/buddhism\/je-tsongkhapa1\">Je Tsongkhapa<\/a> ein Programm ein, welches auf zehn Texten basierte und noch sp\u00e4ter f\u00fchrten die tibetischen Kl\u00f6ster wie Ganden, Sera und Drepung ein auf f\u00fcnf Texten basierendes Programm ein. <\/p>\n<p>Ich habe dieses Programm im Sera Kloster studiert. Als ich es abgeschlossen hatte, bekam ich den Geshe Titel verliehen und f\u00fchlte mich, als ob ich den Gipfel des h\u00f6chsten Berges erklommen h\u00e4tte. Mein Vertrauen und meine Erfahrung hatten sich beachtlich vergr\u00f6\u00dfert und ich f\u00fchlte mich sehr sicher darin, andere zu unterrichten. Mein Geist war sehr gl\u00fccklich und ich f\u00fchlte mich v\u00f6llig frei von Problemen. <\/p>\n<p>Angeregt durch meine eigene Erfahrung, entstand in mir der starke Wunsch, ein \u00e4hnliches Programm f\u00fcr westliche Dharma-Studenten einzuf\u00fchren, damit sie die gleichen Resultate erreichen konnten. Ich habe jedoch sehr klar erkannt, dass das Programm, welches f\u00fcr tibetische Geshes entworfen wurde, f\u00fcr westliche Menschen nicht geeignet ist. <\/p>\n<p>Zum einen sind die meisten westlichen Dharma- Studenten Laien und k\u00f6nnen deshalb nicht die Vinaya studieren, die eines der f\u00fcnf Themen der tibetischen Geshes ist. Andere ihrer Themen sind recht technisch und obwohl sie sehr tiefgr\u00fcndig und n\u00fctzlich sind, finden sie keine sofortige Anwendung. <\/p>\n<p>Es ist die Natur der westlichen Menschen, etwas an einem Tag zu studieren und es am n\u00e4chsten Tag in die Praxis umsetzen zu wollen. Das ist eine sehr gute Eigenschaft, denn sie versuchen immer praktische Erfahrung von dem zu erlangen, was sie studieren.<\/p>\n<p>In Anbetracht dessen habe ich ein besonderes Lehrerausbildungsprogramm entwickelt, um es westlichen Menschen zu erm\u00f6glichen, ihr Studium und ihre Praxis zu vervollst\u00e4ndigen. Ich habe elf Themen ausgew\u00e4hlt, wovon einige philosophische Themen aus dem Geshe Programm sind, und einige Themen f\u00fcr praktische Anwendung wie Lamrim, Lojong und Mahamudra. <\/p>\n<p>Das Grundlagen- Programm basiert auf f\u00fcnf dieser Themen, die alle aus Buddhas Sutra-Belehrungen stammen. Falls Studenten, die das Grundlagen-Programm abgeschlossen haben, weitermachen wollen, um das Lehrerausbildungsprogramm zu absolvieren, werden die bereits studierten Themen f\u00fcr die Lehrerausbildung angerechnet und m\u00fcssen nicht noch einmal studiert werden. Sie haben dann bereits das halbe Lehrerausbildungsprogramm hinter sich.<\/p>\n<p>Wenn die Programme an einem Zentrum eingef\u00fchrt werden, wird normalerweise zuerst mit dem Grundlagenprogramm begonnen. Wenn die erste Klasse den ganzen Kurs abgeschlossen hat, wird sie als eine Klasse des Lehrerausbildungsprogrammes weiterbestehen, und eine neue Klasse des Grundlagen-Programmes wird beginnen. Die einzelnen Studenten k\u00f6nnen sich nat\u00fcrlich aussuchen, ob sie am Lehrerausbildungsprogramm teilnehmen m\u00f6chten oder nicht. Wenn ein Student mit dem Grundlagen-Programm zufrieden ist, kann er oder sie nach diesem Kurs aufh\u00f6ren, aber die Klasse selbst wird eine Lehrerausbildungsklasse.<\/p>\n<p>Sowohl das Grundlagen- als auch das Lehrerausbildungsprogramm laufen jetzt seit einigen Jahren erfolgreich am <a href=\"http:\/\/manjushri.org\">Manjushri Centre<\/a> und dem <a href=\"http:\/\/madhyamaka.org\">Madhyamaka Centre<\/a>. <\/p>\n<p>Ich bin sehr gl\u00fccklich \u00fcber die Ergebnisse. Wenn ich die Examen lese, sehe ich deutlich, dass die Studenten die Themen gut verstanden haben und gro\u00dfen Nutzen aus den Programmen gewinnen. Ich erkenne, dass diese Programme sehr sinnvoll sind und die beste Methode, um Weisheit und Dharma-Erfahrung zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n<h3>Die Notwendigkeit von qualifizierten Lehrern<\/h3>\n<p>Buddhadharma n\u00fctzt anderen nur, wenn es qualifizierte Lehrer gibt. Dharma-Texte allein, ohne Lehrer, haben nur wenig Nutzen. Um ein qualifizierter Dharma-Lehrer zu werden, bedarf es besonderer Vorbereitung und Schulung.<\/p>\n<p>Es ist nicht leicht, ein Dharma-Lehrer zu werden, weil man dazu besondere Qualit\u00e4ten braucht: Weisheit, richtige Sichtweise, Vertrauen, \u00dcberzeugung und reines Verhalten als ein Vorbild f\u00fcr andere. Ein Lehrer braucht auch ein unersch\u00f6pfliches Reservoir an Dharma-Wissen und Erfahrung, aus dem er lehren kann; andernfalls wird er oder sie nach ein oder zwei Jahren nichts mehr zu bieten haben.<\/p>\n<p>Wenn es einem Lehrer an solchen Qualit\u00e4ten wie Weisheit, Erfahrung, Vertrauen und reiner Motivation fehlt, wird es schwierig f\u00fcr andere, Vertrauen in ihn oder seine Belehrungen zu entwickeln und es wird nur wenig helfen. Ohne richtige Schulung und Vorbereitung besteht f\u00fcr Lehrer auch die Gefahr, dass sie weltliche, samsarische Aktivit\u00e4ten mit ihrer Lehrert\u00e4tigkeit vermischen. Deshalb m\u00fcssen wir uns wirklich gut schulen, wenn wir anderen von echtem Nutzen sein wollen. <\/p>\n<p>Wenn wir das Lehrerausbildungsprogramm abschlie\u00dfen, k\u00f6nnen wir sofort damit beginnen zu unterrichten. Wenn wir ein meditatives Leben f\u00fchren wollen, werden wir aber auch feststellen, dass uns das Programm gut vorbereitet hat. Zumindest werden wir gro\u00dfe buddhistische Gelehrte mit einer tiefen und gefestigten Erfahrung des Dharma.<\/p>\n<p>Diese Programme sind deshalb f\u00fcr Dharma- Praktizierende echte wunscherf\u00fcllende Juwelen. Durch die Teilnahme an ihnen k\u00f6nnen wir unsere Weisheit und unsere Dharma-Erfahrung vergr\u00f6\u00dfern und Dharma zum L\u00f6sen unserer t\u00e4glichen Probleme verwenden. Wir k\u00f6nnen unser eigener Besch\u00fctzer werden, indem wir uns selbst vor Gefahr und Leiden besch\u00fctzen, und unser eigener Arzt, indem wir unsere geistigen Schmerzen mit Dharma-Medizin heilen. <\/p>\n<p>Wir werden f\u00fcr andere ein gutes Vorbild sein k\u00f6nnen und ihnen durch Belehrungen und Ratschl\u00e4ge helfen. Schlie\u00dflich werden wir ausf\u00fchrliche Belehrungen geben, und anderen auf viele Arten, durch das Organisieren von besonderen Programmen usw. helfen k\u00f6nnen. Auf diese Weise werden wir die menschliche Existenz von uns selbst und anderen sehr sinnvoll machen k\u00f6nnen. <\/p>\n<h3>Eine besondere Art von Verst\u00e4ndnis<\/h3>\n<p>W\u00e4hrend der Lektionen des Grundlagen-Programmes wird der Lehrer aus dem Text lesen und zus\u00e4tzliche Erkl\u00e4rungen geben. Damit werden zwei Dinge bezweckt: schwierige Punkte zu kl\u00e4ren und die m\u00fcndliche \u00dcberlieferung zu geben. Wenn der Lehrer aus dem Buch liest, liest er oder sie uns also nicht nur einfach vor, sondern \u00fcbermittelt auch die \u00dcberlieferungslinie des Textes an zuk\u00fcnftige Lehrer.<\/p>\n<p>Der Text selbst ist recht klar. Insbesondere die Lamrim und Lojong Texte sind recht einfach zu verstehen. Wenn wir dieses Programm studieren, ben\u00f6tigen wir jedoch eine besondere Art von Verst\u00e4ndnis. Das beinhaltet zuh\u00f6ren, nachdenken, diskutieren, auswendig lernen und meditieren. <\/p>\n<p>Die Diskussion ist ein besonders wichtiger Teil dieser Programme, denn wir k\u00f6nnen uns gegenseitig sehr helfen, wenn wir unsere Erfahrung und unser Verst\u00e4ndnis des Dharma austauschen. Manchmal k\u00f6nnen wir paarweise diskutieren und manchmal die ganze Klasse zusammen. <\/p>\n<p>Wenn wir diskutieren, sollten wir immer offen sein und durch den Wunsch motiviert sein, unserem Partner zu helfen. Wenn Du eine besondere Erfahrung oder ein besonderes Verst\u00e4ndnis hast, versuche es mit anderen zu teilen. F\u00fchre die Diskussion immer so, als ob Du einem Freund etwas sehr Kostbares gibst. <\/p>\n<p>Wenn Du Deinen Partner etwas fragst, dann mach das nur mit der Absicht, von ihm zu lernen oder einen Punkt zu kl\u00e4ren und nicht um herauszufinden, wie viel oder wenig er wei\u00df. Und wenn Dein Partner antwortet, solltest Du aufmerksam zuh\u00f6ren, so als ob Du etwas Wertvolles von einem Freund empf\u00e4ngst. <\/p>\n<p>Steigere Dich nicht in heftige Diskussionen und vermeide wirkliche Meinungsverschiedenheiten. Wenn Dein Partner etwas Falsches sagt, dann weise in ruhiger Form darauf hin, aber sei vorsichtig, ihn nicht zu beleidigen. Manche Menschen reagieren nicht gut, wenn ihnen widersprochen wird; also erinnere Dich daran und sprich sanft und r\u00fccksichtsvoll. <\/p>\n<p>Wenn jemand etwas Falsches sagt, k\u00f6nnen wir es manchmal im Geiste ablehnen, w\u00e4hrend es so scheint, als ob wir zustimmen. Das hilft, die Diskussion friedlich und freundlich zu halten. In Wirklichkeit hat niemand eine schlechte Natur, aber manchmal sieht es so aus, als ob andere Menschen aufgeregt oder entt\u00e4uscht sind. Wenn Dein Partner Schwierigkeiten damit hat, Deinen Standpunkt zu verstehen oder zu akzeptieren, dann sei geduldig, und versuche, ihm oder ihr zu helfen, allm\u00e4hlich zu verstehen.<\/p>\n<p>Unsere Diskussionen sollten nicht wie Knallfr\u00f6sche sein, laut und ohne Sinn, sondern sinnvoll und schl\u00fcssig. Wir sollten versuchen, jede Diskussion mit einer klaren Entscheidung \u00fcber die Bedeutung des fraglichen Themas abzuschlie\u00dfen. <\/p>\n<p>Wenn wir sp\u00e4ter die Examen ablegen, werden die Schlussfolgerungen, zu denen wir in der Diskussion gelangt sind, sehr hilfreich sein. Diskussionen helfen uns, unsere Ideen zu formulieren und zu klaren Entscheidungen zu gelangen. Dann haben wir Sicherheit und Selbstvertrauen. Ohne regelm\u00e4\u00dfige Diskussionen werden in uns andernfalls Zweifel und Unzufriedenheit mit dem Thema bleiben.<\/p>\n<p>Wir sollten versuchen, die wichtigen Punkte des Themas auswendig zu lernen, und alles was wir verstehen in praktischer Weise mit unseren t\u00e4glichen Handlungen zu verbinden. Wir m\u00fcssen auch die verschiedenen Verpflichtungen des Programmes einhalten. Diese Verpflichtungen sind dazu geschaffen, uns zu helfen, unser Ziel zu erreichen. Ohne sie besteht die Gefahr, dass wir durch Faulheit oder andere Umst\u00e4nde abgelenkt werden und unser Studium nicht abschliessen. <\/p>\n<h3>Die G\u00fcte der Studenten<\/h3>\n<p>Ich begr\u00fcsse sehr die Tatsache, dass Ihr alle heute am Grundlagen-Programm teilnehmt, Ihr seid sehr g\u00fctig. Mit einem Programm wie diesem wird ein Dharma-Zentrum sinnvoll.<\/p>\n<p>Es ist die eigentliche Funktion eines Dharma-Zentrums, Belehrungen f\u00fcr die Leute in der Umgebung zu geben, und ihnen dabei zu helfen, ihre t\u00e4glichen Probleme zu l\u00f6sen, indem wir unsere Erfahrung des Dharma mit ihnen teilen. Wenn all diejenigen, die sich heute eingeschrieben haben, diesem Programm geduldig folgen, alle Verpflichtungen einhalten, alle Examen bestehen usw., dann ist das eine gro\u00dfe G\u00fcte gegen\u00fcber anderen. <\/p>\n<p>Wenn Ihr dieses Programm abgeschlossen habt, werdet Ihr dem Zentrum und auch den Leuten in der Umgebung wirklich helfen k\u00f6nnen. Auf diese Weise k\u00f6nnt Ihr zur gleichen Zeit Eure eigenen W\u00fcnsche erf\u00fcllen und anderen helfen. Das ist kein kleiner Job \u2013 das ist eine gro\u00dfe Errungenschaft.<\/p>\n<p>Jetzt, wo Ihr mit dem Programm begonnen habt, solltet Ihr niemals aufgeben. Manchmal werdet Ihr Schwierigkeiten und Problemen begegnen, manchmal werdet Ihr gelangweilt und manchmal entmutigt sein, aber all das sind kleine Probleme. Wenn Ihr sie einfach in Ruhe l\u00e4sst, werden sie vorbeigehen und sp\u00e4ter f\u00fchlt Ihr Euch wieder gut. So lange wir in Samsara sind, werden wir Problemen begegnen, aber sie sind kein Grund, etwas so Kostbares und Sinnvolles aufzugeben. Wenn wir diese gro\u00dfe Aufgabe begonnen haben, sollten wir niemals aufgeben.<\/p>\n<p>Manchmal scheinen f\u00fcnf oder sieben Jahre eine sehr lange Zeit, aber wenn wir stetig jeden Tag praktizieren ohne aufzugeben, werden wir allm\u00e4hlich unser Ziel erreichen. Wenn wir heute beginnen, werden wir morgen schon ein wenig dichter am Abschluss sein! So sollten wir denken und dann werden wir eines Tages unsere Schulung vollendet haben. <\/p>\n<p>Wie wundervoll wird das sein! Wir werden voller Selbstvertrauen reine Belehrungen \u00fcber jedes Thema geben k\u00f6nnen, welches wir studiert haben, und die Menschen werden uns glauben und Vertrauen in uns entwickeln, weil wir uns so gut vorbereitet haben. Sie werden uns in vielerlei Hinsicht sch\u00e4tzen: unsere Belehrungen, unsere pers\u00f6nliche Erfahrung, unsere F\u00e4higkeit, ihnen bei der L\u00f6sung ihrer Probleme zu helfen und so fort.<\/p>\n<p>Das sind die Nutzen, die wir allein in diesem Leben gewinnen. In Wirklichkeit sind zuk\u00fcnftige Leben noch viel wichtiger. Die n\u00fctzlichen Resultate unseres Studiums werden wir noch Leben f\u00fcr Leben erfahren, bis wir Erleuchtung erlangt haben. Die Nutzen sind unersch\u00f6pflich.<\/p>\n<p>Ich habe bereits die meisten der Themen f\u00fcr diese Programme vorbereitet. Wenn es irgendwelche Teile der Texte gibt, die nicht klar sind, ist es meine Verantwortung sie zu kl\u00e4ren. Wenn Ihr solche Punkte in Eurer Diskussion findet, schreibt sie auf, schickt sie mir und ich werde Euch die Antwort geben. Die Lamrim-Belehrungen stammen zum Beispiel urspr\u00fcnglich von Atisha, Je Tsongkhapa und meinem Wurzel-Guru Trijang Rinpoche, aber der spezielle Text, den Ihr studiert, wurde von mir vorbereitet. <\/p>\n<p>Genauso wurde der Leitfaden f\u00fcr den mittleren Weg von Chandrakirti geschrieben, aber ich habe den Kommentar dazu geschrieben, den Ihr studieren werdet. Deshalb ist es meine Verantwortung, alle unklaren Punkte zu kl\u00e4ren und Euch bei allen Schwierigkeiten zu helfen, die Ihr mit Eurem Studium habt. <\/p>\n<p>Es ist auch meine Verantwortung, die Examen f\u00fcr Euch vorzubereiten. Eure Verantwortung ist es, die Verpflichtungen einzuhalten und das Programm zu vollenden. So m\u00f6chte ich mich jetzt bei Euch allen bedanken und Euch ermutigen, Eure Studien gl\u00fccklich zu vollenden.\u2019<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"excerpt","protected":false},"author":1,"featured_media":1085,"parent":1984,"menu_order":34,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"sync_status":"","episode_type":"","audio_file":"","podmotor_file_id":"","podmotor_episode_id":"","castos_file_data":"","cover_image":"","cover_image_id":"","duration":"","filesize":"","filesize_raw":"","date_recorded":"","explicit":"","block":"","footnotes":""},"section":[],"class_list":{"0":"post-2004","1":"page","2":"type-page","3":"status-publish","4":"has-post-thumbnail","6":"resize-featured-image"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kadampa.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2004","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kadampa.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/kadampa.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kadampa.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kadampa.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2004"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/kadampa.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2004\/revisions"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kadampa.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1984"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kadampa.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1085"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kadampa.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2004"}],"wp:term":[{"taxonomy":"section","embeddable":true,"href":"https:\/\/kadampa.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/section?post=2004"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}