Kadampa-Buddhismus

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Internationale Union des Kadampa-Buddhismus
Gründer ~ Der Ehrwürdige Geshe Kelsang Gyatso

Herz der Weisheit

Herz der Weisheit

Eine Erklärung des Herz-Sutras

Von Geshe Kelsang Gyatso

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Dieses erhellende Buch stellt unsere grundlegenden Annahmen über uns selbst und die Welt um uns herum in Frage.

Nur wenn wir die Dinge so sehen, wie sie wirklich sind, können wir uns von der inneren Quelle der Unzufriedenheit befreien.

Indem der Autor geschickt die traumähnliche Natur aller Dinge erklärt, die Beziehung zwischen unserem Geist und unserer Welt und den Grad, zu dem wir unsere eigene Wirklichkeit erschaffen, führt er uns zu einem tiefen und unerschütterlichen Glück.

“Ernsthaft interessierten Schülern des Buddhismus kann wohl kein besseres Buch begegnen.” – THE MIDDLE WAY


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Alles ist wie ein Traum

Ein Ausschnitt aus Herz der Weisheit

Von Geshe Kelsang Gyatso

Ein anderes Beispiel, das oft gebraucht wird, um die Bedeutung der Leerheit zu illustrieren, ist die Erfahrung des Träumens. Wenn wir träumen, können wir äußerst lebhafte Erfahrungen machen. Wir reisen vielleicht in prächtige Länder, treffen schöne oder erschreckende Menschen, üben die verschiedensten Tätigkeiten aus und erfahren infolgedessen großes Vergnügen oder Leiden und Schmerz. In unserem Traum erscheint uns eine ganze Welt, die auf ihre eigene Weise funktioniert.

Diese Welt kann der Welt unseres Wachzustandes ähnlich oder auch ziemlich bizarr sein, in jedem Fall aber erscheint sie uns als äußerst real, solange wir träumen. Es ist ziemlich selten, dass wir auch nur den leisesten Verdacht hegen, dass das, was wir erfahren, nur ein Traum ist. Die Welt, die wir in unserem Traum bewohnen, scheint ihre eigene Existenz zu haben, völlig unabhängig von unserem Geist, und wir reagieren auf sie in unserer gewohnten Art mit Begierde, Wut, Angst usw.

Wenn wir, während wir noch träumen, versuchen zu prüfen, ob die Welt, die wir erleben, wirklich ist oder nicht, indem wir beispielsweise die Objekte um uns herum beklopfen oder die anderen Menschen in unserem Traum befragen, werden wir wahrscheinlich eine Antwort erhalten, die die Realität unserer Traumumgebung zu bestätigen scheint. Tatsächlich ist der einzig sichere Weg zu wissen, dass wir geträumt haben, aufzuwachen.

Dann begreifen wir augenblicklich ohne jeden Zweifel, dass die Welt, die wir in unserem Traum erfahren haben, täuschend war und unserem Geist bloß erschienen ist. Wenn wir einmal wach sind, ist es ganz klar, dass das, was wir in einem Traum erfahren, nicht aus sich selbst heraus existiert, sondern vollständig von unserem Geist abhängig ist. Wenn wir beispielsweise von einem Elefanten träumen, ist der “Traumelefant” lediglich eine Erscheinung unseres Geistes und kann weder in unserem Schlafzimmer noch sonstwo gefunden werden.

Wenn wir es sorgfältig prüfen, werden wir erkennen, dass unsere Welt des Wachzustandes auf ähnliche Weise wie unsere Traumwelt existiert. Wie die Traumwelt erscheint uns die Welt des Wachzustandes auf lebhafte Weise und scheint ihre eigene Existenz zu haben, unabhängig von unserem Geist. Genau wie im Traum glauben wir, dass diese Erscheinung wahr ist, und reagieren darauf mit Begierde, Wut, Angst usw.

Auch werden wir wieder eine scheinbare Bestätigung unserer Sichtweise erhalten, wenn wir unsere Welt des Wachzustandes oberflächlich prüfen, wie wir es bei der Traumwelt taten, um zu sehen, ob sie tatsächlich auf die Weise existiert, wie sie uns erscheint. Beklopfen wir die Objekte um uns herum, werden sie ganz fest und wirklich erscheinen, und wenn wir andere Menschen fragen, werden sie sagen, dass sie die gleichen Objekte auf die gleiche Weise sehen wie wir.

Wir sollten jedoch diese scheinbare Bestätigung der inhärenten Existenz von Objekten nicht als eindeutigen Beweis betrachten, da wir wissen, dass eine ähnliche Prüfung die eigentliche Natur unserer Traumwelt nicht enthüllen konnte. Um die wahre Natur unserer Welt des Wachzustandes zu verstehen, müssen wir sie untersuchen und eingehend darüber meditieren, indem wir die oben beschriebene Art der Analyse benutzen. Realisieren wir auf diese Weise Leerheit, werden wir verstehen, dass Objekte, wie zum Beispiel unser Körper, nicht aus sich selbst heraus existieren. Sie sind wie der Traumelefant bloße Erscheinungen unseres Geistes. Dennoch funktioniert unsere Welt nach ihren eigenen scheinbaren Regeln in Übereinstimmung mit den Gesetzen von Ursache und Wirkung, genau wie unsere Traumwelt auf ihre eigene Weise funktioniert.

Die Erfahrung der Realisation von Leerheit kann deshalb mit dem Aufwachen verglichen werden. Wenn wir Leerheit einmal realisiert haben, sehen wir klar und ohne jeden Zweifel, dass die Welt, wie wir sie zuvor erfahren haben, täuschend und falsch war. Sie schien ihre eigene inhärente Existenz zu haben. Doch wenn wir Leerheit verstanden haben, realisieren wir, dass die Welt vollkommen leer von inhärenter Existenz ist und von unserem Geist abhängt. Tatsächlich wird Buddha manchmal als “Der Erwachte” bezeichnet, weil er aus dem “Schlaf” der Unwissenheit erwacht ist.

© Geshe Kelsang Gyatso & Neue Kadampa Tradition

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